Verhaltensänderung als Challenge

Du weißt genau, dass zu viel Schokolade und Rotwein schlecht für die Gesundheit sind, aber kannst die Finger trotzdem nicht davon lassen? Und auch der gute Vorsatz mehr Sport zu treiben, bleibt jedes Jahr auf der Strecke? Damit bist du nicht allein. Dieses Problem lässt sich sogar verhaltenspsychologisch erklären – und lösen. Kognitive Dissonanz hat jeder schon einmal bei sich erlebt und spielt besonders in den Bereichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle. In diesem Blog-Artikel zeigen wir dir, wie du diese innere Hürde meistern kannst.

Es ist nachweislich bekannt, dass Ernährung und besonders der Konsum tierischer Produkte bedeutende Auswirkungen auf globale Treibhausgas-Emissionen und damit auf den Klimawandel haben. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes fand zum Beispiel heraus, dass der durchschnittliche Deutsche seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck durch einen Wechsel zur veganen Ernährung im Gegensatz zu einer normalen Diät um 8% verringern könnte. Trotz dieses Wissens leben nur verhältnismäßig wenige Menschen in Deutschland vegetarisch (ca. 6%) oder vegan (ca. 2%) und eine nachhaltige Verhaltensänderung fällt vielen schwer.

Persönliches Verhalten ist von Natur aus komplex und facettenreich. Die deutsche Psychologin Karen Hamann hat ein Model erarbeitet, das die psychologischen Einflüsse auf umweltbewusstes Verhalten erklärt und dabei auf zahlreichen Faktoren, wie Soziale Normen, Problembewusstsein, Pflichtgefühl, Selbstwirksamkeit sowie Kosten und Nutzen basiert. Dieses Model bildet die Grundlage für eine nachhaltige Verhaltensänderung mit unserer App PeerPlanet:

Aber was genau verbirgt sich hinter diesen Faktoren?

Soziale Normen

Es ist empirisch bewiesen, dass sich Menschen häufig so verhalten, wie sie es bei anderen Menschen beobachten oder kennenlernen. Das kann zum einen darauf zurückgeführt werden, dass wir „Herdentiere“ sind und gerne einer Gruppe angehören möchten und daher mit dieser konform gehen. Wenn wir in der Minderheit sind, kommt es außerdem vor, dass wir annehmen, dass die anderen es schlichtweg „besser wissen“ oder vielleicht „besser informiert“ sind. Psychologische Experimente, wie das berühmte „Asch comformity experiemt“ (1951) haben gezeigt, dass einige Menschen sogar ihre persönliche Meinung zu bestimmten Themen ändern nur um in eine soziale Gruppe zu passen.

Soziale Normen sind ein extrem wichtiger Faktor in der menschlichen Verhaltensänderung und bilden daher auch den Kern des Konzepts, auf dem unsere App PeerPlanet gründet. Innerhalb der Gruppe können User ihre Normen gemeinsam verbessern, sich austauschen und auch vergleichen.

Problembewusstsein

Im Zusammenhang mit Umweltschutz bedeutet Problembewusstsein erst einmal, dass wir wahrnehmen, dass unsere Umwelt bedroht ist. Problembewusstsein ist ein wichtiger Faktor in der menschlichen Verhaltensänderung. Allgemein ist das Problembewusstsein für den Klimawandel hoch, erstaunlicherweise jedoch nicht, wenn es zum Konsum tierischer Produkte kommt. Einerseits ist das Wissen über die Auswirkungen des Konsums tierischer Produkte auf den Klimawandel nicht immer vorhanden. In anderen Fällen wissen Menschen zwar darüber Bescheid, entwickeln jedoch bewusst oder unterbewusst Strategien, um ihr Verhalten beibehalten oder auch rechtfertigen zu können, obwohl es nicht den persönlichen Werten entspricht. Und wer kennt es nicht? Wir wissen das Fliegen schlecht für die Umwelt ist, doch auf den Sommerurlaub wollen wir dann doch nicht verzichten. Stattdessen reden wir uns ein, dass es ja „nur der eine Flug“ sei und wir dafür auch immer ökologisch einkaufen oder unseren Müll trennen.

Mit unserer App PeerPlanet steigern wir das Problembewusstsein der Users in dem wir ihnen einen „Tipp des Tages“ bereitstellen, in dem sie über die Konsequenzen ihres Verhaltens auf die Umwelt aufmerksam gemacht werden. Darüber hinaus veranschaulicht die PeerPlanet App die Folgen menschlichen Konsums in anschaulicher Weise, da persönlicher Fleischkonsum beispielsweise nicht nur in CO2 sondern auch in Flächenverbrauch berechnet wird.

Pflichtgefühl

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine klare Verbindung zwischen dem empfundenen Pflichtbewusstsein eines Menschen gegenüber der Umwelt und seines Konsumverhaltens besteht. Hamann schlussfolgert daher, dass das Steigern des Pflichtgefühls eine wichtige Strategie ist, um umweltbewusstes Verhalten zu erzielen.

Unsere PeerPlanet App erzeugt ein Pflichtgefühl, da das Beitreten der Challenge ein öffentliches Committment ist. Des Weiteren können unsere User ein „Personal Why“ wählen, also einen Grund, der sie persönlich zur Teilnahme an der Challenge motiviert. An diesen Grund werden sie regelmäßig erinnert.

Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit ist definiert als die Fähigkeit, Herausforderungen mit eigenen Mitteln zu meistern. Hierbei geht es allerdings nicht nur um die tatsächliche Fähigkeit, sondern auch besonders um die eigene Wahrnehmung seiner Fähigkeit. Eine Möglichkeit, um das Gefühl der Selbstwirksamkeit zu steigern, ist jedoch erst einmal die Stärkung des Gruppengefühls und damit die Erfahrung, Teil einer Gruppe zu sein und Probleme gemeinsam zu lösen. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, das ein gestärktes Gruppengefühl positive Auswirkungen auf die Selbstwirksamkeit hat, und damit auf die Absicht, sich umweltfreundlicher zu verhalten.

Durch unseren „Tipp des Tages“ lernen unsere user, wie sie ihr Verhalten ändern können und dadurch eventuelle negative Konsequenzen für die Umwelt vermeiden können. Dadurch fühlen sie sich bestärkt und können ihr Verhalten einfacher ändern. Außerdem können sich User im Chat mit den anderen Teilnehmern austauschen und gemeinsam als Gruppe ihr Selbstwirksamkeitsgefühl stärken.

Kosten und Vorzüge

Schließlich ist auch das Abwägen von Kosten und Nutzen ein entscheidender Faktor in der menschlichen Verhaltensänderung. Bezogen auf den Konsum von tierischen Produkten kann man beispielsweise argumentieren, dass Nachhaltigkeit, Ethik und Gesundheit als Vorzüge einer vegetarischen oder veganen Ernährung empfunden werden. Als Kosten hingegen könnte man das Gefühl des Verzichts, einen höheren Planungsaufwand sowie den Nährstoffgehalt von Fleisch, welchen man aufgibt, aufführen. Allerdings weisen alle Ernährungsgesellschaften der Welt darauf hin, dass man problemlos alle benötigten Nährstoffe auch vegan abdecken kann, wenn man B12 ergänzend zu sich nimmt.

In unserem „Tipp des Tages“ können User erfahren, dass die meisten persönlichen Kosten, die beispielsweise eine fleischfreie Ernährung mit sich bringt, gar nicht so schlimm sind und die Vorzüge definitiv überwiegen. Bereits das Ausprobieren eines umweltfreundlicheres Verhalten führt dazu, dass unsere User die Vorteile schnell zu schätzen wissen: man fühlt sich gut dabei und hat es in Zukunft leichter, das neue Verhalten beizubehalten. Über Schwierigkeiten können sich User untereinander austauschen und dadurch wertvolle Tipps erhalten oder weitergeben.

Bezogen auf Hamanns Modell ist es entscheidend, dass nicht nur ein Faktor der menschlichen Verhaltensänderung sondern möglichst alle adressiert werden. Genau das versuchen wir durch unsere App PeerPlanet zu erreichen.

Hast du Lust dich alleine oder gemeinsam mit Freunden dieser Herausforderung zu stellen? Möchtest du herausfinden wie du nachhaltiger leben und beispielsweise auf Fleisch oder Plastik in deinem Alltag verzichten kannst? Dann schau dich doch mal auf unser App um!

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